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Bedeutung und Ablauf des Anhörungsverfahrens

Sowohl für die Studierenden als auch seitens der Hochschule ist der erfolgreiche zügige Abschluss des Studiums vorrangiges Ziel. Zum Erreichen des Bachelorabschlusses sind regulär 180 Leistungspunkte (LP) vorgesehen, die in sechs Semestern erlangt werden sollten. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt 30 Leistungspunkte in jedem Semester zu erarbeiten sind, wenn der Regelstudienverlauf eingehalten werden soll. Mit der Umrechnung 1 Leistungspunkt entspricht 30 Stunden Arbeitsaufwand, ergibt sich für jedes Semester ein Arbeitsaufwand von 900 Stunden. (Dies entspricht der Arbeitszeit eines Beschäftigten.)

Wenn in einem Semester deutlich weniger als 30 LP in einem Semester erreicht wurden, liegt kein Regelstudienverlauf vor und das o.g. Ziel kann nicht erreicht werden. Ursachen für das Nichterreichen der Regel-LP-Zahl können beispielsweise Folgende sein:

  • Studien-(einstiegs)probleme,

  • keine optimale Studien- oder Selbstorganisation,

  • Fehleinschätzungen,

  • Krankheit,

  • persönliche Belastungen neben dem Studium (Studienfinanzierung, Kinderbetreuung,…)

  • …..

Zur Optimierung des Studienverlaufs müssen die Ursachen der Abweichung analysiert und geeignete individuelle Studienpläne erstellt werden.

In der Prüfungsordnung ist die Grenze des „nicht optimalen Studienverlaufs“ auf 15 LP/Semester gesetzt. (Ausnahmefälle trotz (fast) regulärem Studienverlauf: Keine 15 LP erreicht, da Praktikum, letzte Prüfungen mit insgesamt weniger als 15 LP, versäumte oder verspätete LP-Meldung an das Prüfungsamt. Diese Fälle werden bei der Antragstellung unbürokratisch abgewickelt.) Wenn in einem Semester nicht mindestens 15 LPs erreicht wurden, bekommen die betroffenen Studierenden einen Bescheid.

Formal bedeutet dieser Bescheid:
Studierende werden zu einer „Zwangsberatung“ durch Androhung einer Rückmeldesperre zum kommenden Semester aufgefordert. Diese Maßnahme greift aber nur, wenn kein Antrag auf „Aussetzung der Nichtbestehensregeln“ gestellt wird und nicht an einem Anhörungsgespräch teilgenommen wird.

Praktisch müssen die angeschriebenen Studierenden ein Antragsformular ausfüllen und einen Beratungstermin vereinbaren.

In dem Beratungsgespräch (formal: „Anhörung“ durch Beauftragte des Prüfungsausschusses) soll analysiert werden, warum Studierende weder das Semesterziel von 30 Leistungspunkten noch das Minimalziel von 15 Leistungspunkten erreicht haben. Außerdem sollen Wege besprochen werden, wie sie dieses Ziel zukünftig erreichen, damit sie Ihr Studium möglichst zügig abschließen können.

Zur Vorbereitung auf die Anhörung sollen die Studierenden sich Gedanken machen, warum sie Prüfungen nicht erfolgreich abgelegt haben und was sie an Ihrem Studienverhalten ändern können oder müssen. Diese Überlegungen sollten natürlich in ihren individuell zu erstellenden Arbeitsplänen berücksichtigt werden. Folgende schriftliche Unterlagen sind zusammen zu stellen:

  1. Individueller Studienplan für die Vorlesungszeit des laufenden Semesters (Stundenplan mit allen von ihnen besuchten Veranstaltungen, Zeiten für Vor- und Nachbereitungen der besuchten Veranstaltungen und Zeiten für Prüfungsvorbereitungen, ggf. auch Fahrtzeiten). In den Plan sollten auch Verpflichtungen (z.B. Jobs, familiäre Aufgaben, etc.) aufgenommen werden, die Sie neben dem Studium erfüllen müssen. Auch Erholungspausen (Mittagessen, Ausgleichsport, Hobbys,…) sind zu berücksichtigen. Die Einhaltung ihrer persönlichen Pläne muss von den Studierenden selbst laufend überprüft werden. Wenn die Pläne nicht eingehalten werden (können), müssen die Pläne neu überdacht werden oder das Verhalten der Studierenden muss sich ändern, um im Studium Erfolg zu haben.

  2. Individueller Arbeitsplan für die Prüfungsphase, der die Termine der geplanten Prüfungen und die auf die Prüfungstermine abgestimmten Vorbereitungszeiten enthält, d.h. eine Abschätzung der geplanten, für die jeweiligen Fächer angesetzten Gesamtvorbereitungszeit ( Näherungsformel für die Prüfungsvorbereitungszeit: Hälfte der LPs des Faches multipliziert mit 30 Stunden!) und eine detaillierte Aufteilung dieser Zeit auf den Prüfungszeitraum. Bei den Planungen ist auf Widerspruchsfreiheit, Realisierbarkeit und Berücksichtigung von Erholungspausen zu achten (mehr als 50h-Wochen sind auf Dauer unrealistisch!).
    Die Einhaltung ihrer persönlichen Pläne muss von den Studierenden selbst laufend überprüft werden. Wenn die Pläne nicht eingehalten werden (können), müssen die Pläne neu überdacht werden oder das Verhalten der Studierenden muss sich ändern, um im Studium Erfolg zu haben.

  3. Wenn bei Ihnen besondere Gründe für das Nichtablegen von Prüfungen vorgelegen haben, legen Sie - sofern noch nicht geschehen - ggf. Nachweise zum Beleg von Ausfallzeiten vor (z.B. Atteste bei längeren Krankheiten, Flugtickets und Passstempel, die Ihre Abwesenheit dokumentieren, etc.).

Wenn die Pläne der Studierenden beim Beratungsgespräch erfolgversprechende Eindrücke hinterlassen, wird die Rückmeldesperre aufgehoben. Sofern sie nicht überzeugen konnten, wird mit Prüfungsausschussmitgliedern ein zweites intensives Beratungsgespräch geführt. Abschließend entscheidet der Prüfungsausschuss noch über Zählsemesterrücksetzung nach der Prüfungsordnung (PO). Sofern die Regeln der PO eingehalten sind, steht dann dem weiteren Studium im laufenden Semester nichts mehr entgegen.